Landschaftsschutz

„Ziel des Landschaftsschutzes ist, die Kulturlandschaft mindestens teilweise zu erhalten und zu pflegen. Für Doro bedeutet dies, dass weiterhin Berglandwirtschaft betrieben wird und eine sanfte Form des Tourismus gefunden werden kann.“ Diese Vorgabe aus dem Projektbeschrieb von 1990 hat nach wie vor seine Gültigkeit.

Im Rahmen der „700 Jahre Eidgenossenschaft“ verabschiedete die Bundesversammlung in der Jubiläums-Session am 3. Mai 1991 mit einer Dotierung von 50 Mio. Fr. den Fonds Landschaft Schweiz (FLS).

Das Projekt der „Betriebsgemeinschaft Meyer-Mosimann“ zur Erhaltung und Pflege naturnaher Kulturlandschaft in Doro, wurde als eines der ersten 1992 durch den FLS ausgezeichnet und mit 57’000 Fr. unterstützt. Die Anregung dazu war von Thomas Kohler, Bern, gekommen.
Ab 1995 wurde das Projekt bis zu seinem erfolgreichen offiziellen Ende 2001, in dem die Beiträge aufgebraucht waren, von der Stiftung Landschaftsschutz Schweiz (SL) betreut. Die Stiftung hatte das  Projekt der Betriebsgemeinschaft beim „Fonds für gemeinnützige Zwecke des Kantons Zürich“ (heute „Lotteriefonds des Kantons Zürich“) eingereicht. Im Herbst 1994 wurde dann ein Beitrag von 200’000 Fr. an das Landschaftsschutz-Projekt vom Zürcher Regierungs- und Kantonsrat gut geheissen.

Natürlich werden solche a fonds perdu Beiträge nicht ohne Verpflichtungen gewährt. Im Vertrag festgehalten ist z.B.: Jährlich muss detaillierte Rechenschaft abgelegt werden; Gelder werden nur auf vom Empfänger vorgelegte Originalbelege freigegeben; der Empfänger verpflichtet sich, auf Wunsch Einsicht in alle Projektunterlagen und Abrechnungen zu gewähren; bei Nichteinhaltung der Beitragsbedingungen muss der gewährte Beitrag zurück erstattet werden.

Umgesetzt und realisiert wurden durch das Projekt der Betriebsgemeinschaft „Meyer-Mosimann von 1991 – 2001 im Rahmen des Landschaftsschutzes folgende Massnahmen:

Aufforstung – Im Schutzwald über dem Dorf liessen Geissen und Wild dem Jungwuchs keine Chance. Deshalb wird ab 1983 ein Areal durch Einzäunung geschützt, zweimal erweitert und bis heute betreut. Die grössten Jungbäume sind heute ca. 7 m hoch.
Sanierung von Trockenmauern, Wegen und Treppen – Als ein Schwerpunkt zur Erhaltung der Kulturlandschaft wird auf diesem Gebiet ohne Einsatz von  Maschinen viel geleistet. Da die Eingriffe in der althergebrachten Bauweise erfolgen, sind sie nicht leicht sichtbar, eine „Liegemauer“ ist inzwischen völlig zugewachsen. Weiter werden Hangerosionen im nicht terrassierten Gelände mit Holzverbauungen, Einsaat und zeitlich begrenztem Schutz saniert.
Restfinanzierung Neubau Alpstall für 100 Geissen – Trotz sehr viel Eigenleistung bleibt ein Restbetrag, welcher aus dem SL-Beitrag beglichen wird.
Finanzierung Seilbahnrevision und Plattform Bergstation – Der Antrieb der  Occasion Militärseilbahn mittels Opel Benzinmotor Jg. 1936 und Flachriemen wird durch einen Occasion Elektroantrieb ersetzt, das Rollmaterial modernisiert und bei der Bergstation die hölzerne Plattform durch eine in verzinktem Stahl ersetzt. Da die Seilbahn als sanfte Erschliessung unabdingbar für die Bewirtschaftung und Besiedelung von Doro ist, wird die Revision durch den SL-Beitrag übernommen.
Zuschuss an die Erhaltung eines Steindaches – Auch traditionelle Steindächer können zur Kulturlandschaft gehören. Dank der Unterstützung aus dem SL-Beitrag kann ein Wohnhaus wieder mit Steinplatten gedeckt werden. Inzwischen sind durch private Initiativen zwei weitere Steindächer erhalten geblieben.
Fundamentsanierung eines Wohnhauses – Der Bergdruck setzte einem Wohnhaus derart zu, dass ein Betonfundament gebaut werden muss. Zur Besiedlung gehört  brauchbarer Wohnraum. Deshalb wird die Sanierung von zwei Wohnhäusern durch den SL-Beitrag unterstützt.

Eine sanfte Form des Tourismus entstand parallel dazu aus privater Initiative.

Nur durch die oben erwähnten finanziellen Beiträge und die Einbeziehung der Arbeitsgruppen von Kindern, Jugendlichen und erwachsenen Freiwilligen konnte für den Kulturlandschaftsschutz mit diesem Projekt so viel getan werden. Erwähnt soll hier auch der Austausch mit Arbeitsgruppen und Besuchern und damit nicht zuletzt eine Sensibilisierung für die Anliegen des Landschaftsschutzes.

 

1993-2007   Ende 2007 ist das Anfangs durch den „Fonds Landschaft Schweiz“ (FLS), später durch die “Stiftung Landschaft Schweiz” betreute Projekt abgeschlossen. 2005 löst sich bereits die Betriebsgemeinschaft „Meyer-Mosimann“ nach 15 Jahren auf. Dies bedeutet hingegen nicht den Stillstand oder Abbruch landschaftsschützerischer Arbeit in Doro.

Nach 2007   Die finanziellen Mittel sind jetzt nach dem Wegfall der Unterstützungsbeiträge sehr beschränkt und das Programm muss angepasst werden. Zum Glück übernehmen mit Doro verbundene, engagierte Personen Verantwortung für den nach wie vor nötigen Landschaftsschutz. Das sind Beat Bachmann, Agarone; Andreas Grädel, Biel; Gaudenz Brodbeck, Biel und Schämpu Mosimann, Chironico.
Wohl mehr durch Fügung als Planung finden sich bald Arbeitsgruppen, welche selbsttragend und längerfristig in Doro tätig werden. Seit Jahren sind dies: die Lehrwerkstätte für Polymechaniker der Stadt Basel und die Rudolf Steiner Schule Biel. Die Lehrlinge und Schüler haben mit ihren Begleitpersonen weiter Trockenmauern, Treppen und Plätze saniert, bei der Verbesserung der Wasserversorgung und der Instandhaltung das Waldzaunes geholfen, Hochwasserschäden behoben und sogar die Stützen der Seilbahn entrostet und neu gestrichen. Die gute Zusammenarbeit mit diesen Gruppen wird bis auf weiteres fortgeführt und gehört sozusagen zu der angebrochenen Übergangszeit in Doro.

Im Moment wird das Konzept einer mit Kulturlandschaftsschutz kombinierten Landwirtschaft für die Zeit nach einem Wechsel diskutiert. Dieses Projekt wird auf Partner und finanzielle Unterstützung angewiesen sein. Und wie die vergangenen 20 Jahre gezeigt haben, gibt es diese „dort draussen“.